Samstag, 19. Mai 2018 von Gudrun Stoll

Denkzettel fürs Leben

Diese Geschichte hat sich in Amerika zugetragen: Mit versteckter Kamera hat National Geographic eine Frau gefilmt, die auf kürzestem Wege in ein Restaurant wollte und ihren Wagen auf einem Parkplatz abstellte, der für Behinderte reserviert war. Wo Knöllchen keine Wirkung zeigen, hilft möglicherweise Selbsterkenntnis: Das TV-Team jedenfalls parkte hinter dem Auto der Frau einen Van, in dem Menschen mit Behinderungen saßen. Danach halfen die Fernsehleute, so langsam wie möglich, den Menschen aus dem behindertengerechten Vehikel. Als die Frau aus dem Restaurant kam, musste sie – peinlich berührt – warten, bis alle Fahrgäste und Rollstuhlfahrer den Wagen verlassen hatten. Eine Lehre hoffentlich fürs Leben.

Die „Hoppla jetzt komm' ich“-Mentalität“ greift auch in unseren Landen immer mehr um sich. Die Sigmaringer Feuerwehr macht nun mit einer Aktion mobil gegen Falschparker und heftet Flyer an die Windschutzscheibe von Fahrzeugen, die Rettungsfahrzeugen die Anfahrt zu Unfällen, Notfällen und Bränden erschweren. „Wir retten Leben – wenn Sie uns lassen“, lautet das Motto auf dem Faltblatt. Ein Denkzettel im wörtlichen Sinne, der sensibilisieren und zum Nachdenken anregen soll. Im eigenen Interesse. Denn wer die Helfer selbst braucht ist froh, wenn diese schnell anrücken.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 18. Mai 2018 von Thomas Godawa

Mitten in den Wolken

V or ein paar Tagen war ich mit einer Besuchergruppe auf der Burg Hohenzollern als Tourist unterwegs. Der Morgen hatte schon mit heftigen Regenschauern begonnen und die Wolken hingen tief und streiften den Trauf der Schwäbischen Alb. Nichtsdestotrotz hatten sich, ebenso wie wir, etliche Menschen auf den Weg gemacht die Hohenzollernburg zu besuchen. Der Regen ließ zum Mittag hin deutlich nach, aber der Wind trieb die Wolken weiter vor sich her. Von den Zinnen der Burg aus gesehen, ein monumentales Schauspiel mit wechselnden Lichteffekten, mal grau bis schwarz, mal sonnendurchflutet. Und zum Nachmittag kamen die Wolken wieder dichter zusammen und sie hingen auch tiefer. Die Wälder dampften, als wären die Hasen am Süpplein kochen und die Schwaden berührten die Mauern der Galerie. So standen wir teilweise mitten in den Wolken mit zerzaustem Haar und flatterndem Schirm, ein wenig wie bei der Geschichte vom fliegenden Robert aus dem Struwwelpeter.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Donnerstag, 17. Mai 2018 von Holger Much

Ich will lesen, nicht hören

Das Schöne an einem gedruckten Text ist, dass man ihn lesen kann. Wann man möchte, so schnell oder so langsam man möchte. Und vor allem kann man das tun in absoluter Stille, so dass die Gedanken Platz haben, sich auszubreiten und das eben Gelesene aufzunehmen.

Dabei ist es mir zunächst mal egal, ob ich den Text in Form eines Buches, einer Zeitschrift oder online auf einer Webseite lese. Doch letzteres scheint immer mehr aus der Mode zu kommen. Denn immer öfter passiert es mir, dass ich nach einem bestimmten Thema im Netz suche, dann auch fündig werde, mich schon aufs Lesen freue und dann merke, dass da gar kein Text ist, sondern ein Video. Das gilt dann wohl als besonders hip und außergewöhnlich, dem Informationssuchenden bunte bewegte Bildchen samt Ton anzubieten. Doch das möchte ich nicht. Ich möchte weder Filmchen schauen noch irgendjemand zuhören müssen – ich will still und in Frieden vor mich hin lesen dürfen. Doch da bin ich wohl altmodisch.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Mittwoch, 16. Mai 2018 von Volker Bitzer

Wo bleibt die Rücksicht?

Mit Sicherheit gehöre ich nicht zu jenen Verkehrsteilnehmern, die überall das vorgeschriebene Tempolimit einhalten; vielleicht vergesse ich auch mal das Blinken (aber eher selten); mit 100-prozentiger Sicherheit würde ich jedoch niemals mein Auto auf einem Behinderten-Parkplatz abstellen.

? Zunehmend fällt mir auf, dass sich viele Autofahrer einen Kehricht darum scheren, ob ein Platz für Behinderte ausgewiesen ist oder nicht, besonders auf Supermarkt-Parkplätzen. Sie parken trotzdem. Hauptsache, keinen Schritt zu viel tun. Für mich ist ein solches Verhalten inakzeptabel. Deshalb fehlt es mir nicht an der nötigen Zivilcourage, die Nicht-Gehandicapten darauf anzusprechen. So gut wie immer ernte ich arrogante Kommentare oder dumme Sprüche, nur selten gibt es ein Zeichen der Einsicht.

? Parkplätze für Behinderte sind in der Straßenverkehrsordnung besonders geschützt. Hier darf nur parken, wer über einen entsprechenden Ausweis verfügt; nicht jener, der gerade mal das Bein im Gips hat. Im Gegensatz dazu sind „Frauenparkplätze“ oder „Familien-Stellplätze“ nur moralisch reserviert. De facto kann hier zu jeder Zeit jeder parken. Ohne Strafe! Logisch eigentlich, ansonsten müsste es hierfür ja auch Ausweise geben.

? Ein toller Spruch prangt mittlerweile an vielen Albstädter Behinderten-Parkplätzen: „Sie bekommen meinen Parkplatz, wenn Sie meine Behinderung übernehmen!“ Aber selbst solche, eigentlich eindringlichen Worte, lassen leider viele kalt. Angebracht wäre, dass der Gemeindevollzugsdienst regelmäßig diese Parkbuchten kontrolliert. Gerade auch auf Supermarktplätzen, wo ja meist die allgemeine Straßenverkehrsordnung gilt. Da wäre ruckzuck viel Geld im Stadtsäckel. Zudem hätte man einer benachteiligten Gesellschaftsgruppe Gutes getan.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Dienstag, 15. Mai 2018 von Rosalinde Conzelmann

Besuch bei den „Froschkindern“

Sehr gut gemacht, liebe Geislinger Feuerwehr! Am Wochenende haben mein Mann und ich bei unserer Radtour die Kinderstube der Gelbbauchunken besucht, die die Wehr, wie schon berichtet, ganz spontan und unbürokratisch vor dem Austrocknen gerettet hat. Das Wasser steht jetzt zehn Zentimeter hoch in dem Graben und die „Kinderschar“ tummelt sich in der Pfütze vor der Verdolung. Zwischen den schwarzen „Tupfen“ mit Füßchen und dem Schilfgras lugt schon der eine oder andere kleine Lurch hervor. Leider hat auch eine Ringelnatter die „Speisekammer“ entdeckt und sich bedient. Auch dieses Tier ist geschützt und gefährdet und hoffentlich nicht allzu gefräßig. Gut, dass ein Teil der Kaulquappen von Naturfreunden auch noch in andere Gewässer gebracht worden sind. Auch Jogger Dirk Müller, der die Rettungsaktion angestoßen hat, ist happy und sagt Danke. Er hofft, dass dieses Beispiel Schule macht.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.