Zollernalbkreis, 07.03.2018

Teilzeit und Niedriglohn sind in Frauenhand

Die Teilzeit und der Niedriglohn – im Zollernalbkreis ist beides weiblich: Noch immer sein 72 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in Frauenhand, informiert zum Internationalen Frauentag aktuell die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

von Pressemitteilung  

Bei den rund 17.500 Teilzeit-Stellen im Landkreis liege der Frauenanteil nach Angaben der Arbeitsagentur sogar bei 87 Prozent. Claus-Peter Wolf, Geschäftsführer der NGG Baden-Württemberg-Süd, spricht von einer Karrierefalle. Gerade in Hotels, Restaurants und Bäckereien seien Minijobs und Teilzeitverträge stark verbreitet. „Die Kellnerin in Vollzeit ist die Ausnahme“, so Wolf. Wer jedoch 20 oder 25 Stunden arbeite, habe es beim beruflichen Aufstieg deutlich schwerer. Das gehe aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Danach sind für Teilzeit-Beschäftigte auch Gehaltszuwächse und Beförderungen seltener. „Bei der Bezahlung stehen Frauen allgemein weiterhin deutlich schlechter da als Männer“, kritisiert Wolf. So verdienten Frauen in Deutschland zuletzt 21 Prozent weniger als Männer. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Im EU-Durchschnitt lag der so genannte „Gender Pay Gap“ dagegen lediglich bei 16 Prozent. Zwar gebe es für Frauen seit diesem Jahr erstmals einen Rechtsanspruch darauf zu erfahren, was ein männlicher Kollege in ähnlicher Position verdient. Doch das Lohntransparenzgesetz gelte lediglich in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten. „Davon hat kaum eine Köchin oder Bäckereifachverkäuferin im Kleinbetrieb etwas“, bemängelt Wolf. Hier müsse die künftige Bundesregierung dringend nachbessern.

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