Zum Tode von Dr. Carl Maier

Bitz, 07.03.2018

Zum Tode von Dr. Carl Maier

Dr. Carl Maier ist am Montag im Alter von 95 Jahren gestorben. Als Mann der Taten wird er unvergessen bleiben.

Am 26. August 1922 wurde Dr. Carl Maier in Bitz geboren, legte 1941 das Abitur ab und begann 1945 mit dem Studium der Volkswirtschaft an der Universität in Tübingen. 1950 hatte er den Doktortitel in der Tasche. Bevor er als Direktassistent in die von seinem Vater 1921 gegründete Trikotagenfabrik Carl Maier KG eintrat, absolvierte er ein Zusatzstudium in Steuerrecht. Als Komplementär ab 1963 gestaltete Dr. Carl Maier maßgeblich den Aufschwung des Familienunternehmens mit. Der Niedergang der Strickwarenindustrie traf auch seine Firma. Sie wurde 1977 in den Liquidationsvergleich getrieben. Dr. Carl Maier gelang ein erfolgreicher Wechsel in die Immobilienbranche.

Dr. Carl Maier.
Dr. Carl Maier.

Über seine berufliche Tätigkeit ist sein Werdegang von zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten geprägt, angefangen von den Hauptausschüssen der Fachvereinigung Wirkerei-Strickerei und dem Gesamtverband der Deutschen Maschenindustrie über mehrere Richterämter an verschiedenen Landgerichten bis hin zu einer zwölfjährigen Mitgliedschaft im Vorstand der AOK Albstadt. Für Dr. Carl Maier war es ein besonders bewegender Augenblick, als ihm am 25. Juni 2010 an der Tübinger Universität die Diamantene Doktorurkunde für 60 Jahre Promotion überreicht wurde.

Bei seiner Frau, den drei Kindern und beim Sport fand er Ausgleich und Entspannung. Von 1949 bis 1961 war er erster Vorsitzender im TV Bitz und gleichzeitig bis 1967 stellvertretender Vorsitzender im Turngau Zollern-Schalksburg. Bei der Verleihung der Landesehrennadel im Jahr 2016 bezeichnete ihn der inzwischen verstorbene Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes, Helmut Mendler, als eine Ikone des Sports. Er habe nicht nur mit Worten, sondern auch mit persönlichen Taten überzeugt. Zehn Mal legte er das Deutsche Sportabzeichen ab. Mit 79 Jahren gelang ihm beim 31. Deutschen Turnfest der erste Sieg für den TV Bitz. Und selbst mit 91 Jahren belegte er im Gymnastik-Vierkampf beim Landesturnfest in Freiburg den dritten Platz.

Noch im Oktober vergangenen Jahres hat er beim Seniorenabend des TV Bitz fröhlich Lieder gesungen. Aufgeben – das Wort gab es für ihn nicht, auch wenn das Alter an seinen Kräften zehrte. Als ältester Teilnehmer des Turngaus schaffte er es 2017 mit Hilfe seiner Kameraden auf das 937 Meter hoch gelegene Tailfinger Schloss. Wie gern hätte er noch das 125-jährige Jubiläum des TV Bitz in diesem Jahr erlebt. Es war ihm nicht vergönnt.

Den Menschen in Bitz wird er nicht nur als sehr sozial eingestellter Unternehmer, sondern auch als Mensch mit ausgeprägtem Sinn für Werte und Tradition in Erinnerung bleiben. Die besondere Anteilnahme gilt seiner Familie. Die Beerdigung findet am Freitag, 9. März, um 11 Uhr auf dem Friedhof in Bitz statt.

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